Otzing. Ein Ehrenamt ist unverzichtbar, unbezahlbar und schlichtweg unschlagbar. Unter diesem inspirierenden Motto des Freiwilligenzentrums Deggendorf stand auch die jüngste Veranstaltung des Arbeitskreises 60+ im Otzinger Jugendheim, die in erfolgreicher Zusammenarbeit mit der KEB (Katholische Erwachsenenbildung) Deggendorf organisiert wurde. Die Initiative setzt sich seit 15 Jahren als feste Einrichtung des Landkreises dafür ein, Menschen zusammenzubringen – ganz nach dem Leitspruch: „…weil Menschen für Menschen da sind.“
Gelungener Nachmittag trotz Sommerhitze
Der Arbeitskreis 60+ und die KEB hatten am vergangenen Freitag, den 19. Juni, die gesamte Bevölkerung zu einem informativen Vortrag eingeladen. Trotz der heißen Temperaturen folgten rund 40 Gäste der Einladung. Die Beauftragte des Arbeitskreises 60+, Rosi Schmid, übernahm die Begrüßung und hieß alle Anwesenden herzlich willkommen. Ein besonderer Dank von ihrer Seite galt den fleißigen Kuchenbäckern, die für das leibliche Wohl gesorgt hatten. Bei Kaffee, Kuchen und kühlen Getränken ließen es sich die Besucher sichtlich gutgehen.
Unter den Gästen konnte Rosi Schmid auch Ehrengäste begrüßen. Neben OtzingsKirchenpfleger Bernhard Jokisch waren viele Vereinsvorstände mit ihren Abordnungen vor Ort. Als Hauptgast des Nachmittags referierte Melissa Schön, Mitarbeiterin des Landratsamtes Deggendorf und tätig bei der Aktion „Mach mit“ des Landkreises Deggendorf mit einem Diavortrag.
Was ist „machmit“? : Beratungsstelle, Vermittlungsstelle, Koordinierungsstelle und Projektstelle, so beginnt Frau Schön ihren Vortrag im Jugendheim in Otzing
Ein besonderes Highlight der aktuellen Arbeit des Freiwilligenzentrums wurde von ihr im Rahmen des Vortrags vorgestellt: Die neue Seniorensprechstunde in Plattling, die älteren Menschen als praktische Hilfe im digitalen Alltag zur Seite steht.
Das kostenlose Angebot richtet sich an alle Seniorinnen und Senioren im Landkreis Deggendorf. Ehrenamtliche Digitalpaten unterstützen die Teilnehmer dabei einmal monatlich in einer kommunalen Einrichtung. Alle Fragen werden Schritt für Schritt und in aller Ruhe erklärt. Das Themenspektrum ist breit gefächert:
- Gerätebedienung: Umgang mit Smartphone, Tablet oder Laptop.
- Internet: Nutzung von Online-Diensten und weltweites Surfen.
- Kommunikation: E-Mail, Messenger-Dienste und Videotelefonie.
- Sicherheit: Sicherer Umgang mit Daten und Schutz im Netz.
- Bürgerservice: Digitale Behördenwege wie Online-Termine oder der digitale Ausweis.
Als erste Standorte für dieses zukunftsweisende Projekt wurden neben der Stadt Plattling auch der Markt Hengersberg und die Stadt Osterhofen vorgestellt. Dass die ehrenamtlichen Digitalpaten auch direkt vor Ort ganz praktisch und ohne Berührungsängste bei Smartphones und Online-Diensten unter die Arme greifen, wird als echtes Geschenk für die Gemeinde gewürdigt. Die Anmeldung und Organisation laufen zentral über das Freiwilligenzentrum „machmit“.
Vielfältige Aufgaben für jeden Lebensbereich
Der Vortrag machte einmal mehr deutlich, wie wichtig das Freiwilligenzentrum als Brückenbauer zwischen Helfern und Unterstützungssuchenden ist. Mit einem starken Netzwerk vermittelt das Team engagierte Bürgerinnen und Bürger ( 515 registrierte Ehrenamtliche von 15- 83 Jahren) in über 220 Einrichtungen, Hilfsorganisationen, Vereine und Schulen. In Otzing sind 11 Volunteere engagiert.( Lesepate,…).Ab ca. 60 Jahren, so Frau Schön hat man mehr Zeit für 1-2 Stunden für ein Ehrenamt. Die Einsatzmöglichkeiten sind dann enorm vielseitig und reichen von der Kinder- und Jugendförderung über Familienhilfen, Lesepaten, Besuchsdienste, Telefonengel, Sportevents, Übersetzungsdienste, Young Volunteers, die Begleitung von Menschen mit Handicap oder Reha-Patienten, Hospizarbeit bis hin zur spontanen Unterstützung in Krisenlagen z.B. Hochwasser, Flüchtlinge, Corona, Ukraine-Hilfe). Auch Nachbarschaftshilfe sind kleine unkomplizierte Hilfsdienste: wie Einkäufe erledigen, Gesprächspartner sein und Zuhören, kleine Besorgungen erledigen, Spaziergänge begleiten etc. Hierfür wird keine Ausbildung benötigt. Hier kann jeder mitmachen auch ohne Vorkenntnisse.
In den Abschlussworten wurde noch einmal eindrucksvoll unterstrichen, wie vielseitig Engagement sein kann: Es ist nicht nur eine Unterstützung für andere, sondern bereichert das eigene Leben und hält die Gemeinschaft lebendig. Hände geben. Das Herz schenkt.
Das Freiwilligenzentrum schlägt genau die Brücken, die dafür gebraucht werden. Wer sich ehrenamtlich einbringt, profitiert zudem vom kostenlosen „Fullservice-Paket“ inklusive Beratung, Begleitung, Fortbildungen und Teilnahmezertifikaten.
Nach einem herzlichen Dankeschön an Frau Melissa Schön für ihren lebendigen und aufschlussreichen Vortrag nutzten die Gäste die Gelegenheit, sich intensiv auszutauschen, offene Fragen zu stellen und das ausliegende Informationsmaterial zu studieren.
Bevor der Nachmittag gemütlich ausklang, gab es bereits einen Ausblick auf den nächsten Höhepunkt : Am Sonntag, den 2. August, lädt der Arbeitskreis ab 12:00 Uhr zum großen Grillen am Sortplatz ein. Die Veranstaltung findet unter dem Dach des SV-Otzing statt. Als besonderer Gast wird der ehemalige Bürgermeister Johannes Schmid erwartet, der mit Leeb Sepp als Grillmeister für das leibliche Wohl sorgen wird. Um Salatspenden wir wieder gebeten.


