„Ned mit mir“ – Präventions Kabarett

Kabarett gegen Betrug: „Ned mit mir!“ in Otzing.

Schockanruf: Ich bin es , deine Tochter, ich habe einen schweren Unfall gehabt, Papa.

Otzing. „Lassen Sie sich nicht täuschen – lachen Sie dem Betrug ins Gesicht!“ Unter dem Motto „Ned mit mir!“ lud der Arbeitskreis 60+, sowie Kabarettist Tom Bauer zum Präventionskabarett die gesamte Bevölkerung Otzings und Umgebung ein. 152 Gäste konnte Rosi Schmid, Arbeitskreis 60+ Beauftragte in der Mehrzweckhalle in Otzing begrüßen. Also ein voller Erfolg mit neuem Besucherrekord bei 60+, der sich sehen lassen kann. Mit Musik, viel Humor wie eindringlicher Appell an die Eigenverantwortung und mit konkreten Verhaltenstipps, wurden die Bürgerinnen und Bürger vor Betrugsmaschen wie Enkeltrick, Schockanrufen oder Internetkriminalität informiert. Tom Bauer betonte die Bedeutung von Prävention und Aufklärung, gerade angesichts immer professioneller agierender Betrügerbanden und dass die Täter „top organisiert“ seien. Umso wichtiger sei es, Wissen zu vermitteln. „Und was man mit Humor lernt, bleibt oft länger hängen“.

Rosi Schmid eröffnete am 19. April den Sonntagnachmittag und hieß die zahlreichen Besucher sowie die vielen Ehrengästen herzlich willkommen. Besonders herzlich begrüßte sie Kabarettgröße Tom Bauer sowie dessen Bühnenpartner und zugleich Präventionsbeamter der Polizei Dingolfing-Landau, Herrn Rudolf Schmuderer. Da das Kabarett nicht kostenlos angeboten werden konnte, machte sich Rosi Schmid auf die Suche nach Sponsoren. Rasch gelang es ihr, alle zu überzeugen, da die Betrugsprävention in der Bevölkerung stets ein Thema von großer Bedeutung ist. Als erster Förderer stellte die Kirchenstiftung eine finanzielle Unterstützung bereit. Vertreten wurde sie dabei durch Herr Pfarrer Antony Soosai sowie die Kirchenpfleger Bernhard Jokisch aus Otzing und Josef Hiendl aus Lailling. Als weiterer Sponsor unterstütze die Gemeinde Otzing die Veranstaltung, vertreten durch den amtierenden Bürgermeister Johannes Schmid sowie den künftigen Ersten Bürgermeister Stefan Riederer, begleitet von seiner Gattin Eva. Auch die Raiffeisenbank Deggendorf-Plattling-Sonnenwald zeigte sich bereit, einen finanziellen Beitrag zu leisten. In diesem Rahmen wurde der Ehrengast und Vorstandsvorsitzende Johann Freund gemeinsam mit seiner Gattin Margit besonders willkommen geheißen. Der letzte Sponsor war die Katholische Erwachsenenbildung im Landkreis Deggendorf mit Sitz in Niederalteich, wobei jedoch kein Ehrengast anwesend war. Frau Rosi Schmid sprach allen Sponsoren ihren tiefen Dank aus, denn sie hatten den Kabarettauftritt erst möglich gemacht. Zudem konnte sie Andrea Kerler-Simeth, Polizeihauptkomissarin und ehemalige stellvertretende Dienststellenleiterin der Polizeiinspektion Plattling mit ihren drei Präventionsbeamten herzlich willkommen heißen: Herr Tom Berger, Herr Patrick Fischer und Frau Britta Bachinger. Die Polizei ist bei Betrugsfällen stets die zentrale Anlaufstelle: Sie vermitteln Sicherheit, warnen, beraten und klären auf. Im Foyer hatte die Polizei einen Infostand mit zahlreichen Broschüren eingerichtet, und sie standen sowohl vor als auch nach dem Kabarett für Fragen und Gespräche zur Verfügung. Zudem konnte sie den Ehrengast und Ideengeber von „Net mit mir“, den Seniorenbeauftragten des Marktes Wallersdorf, Herrn Franz Voit, gemeinsam mit seiner Gattin Christa herzlich gegrüßen.

Szenen aus dem Kabarett:

Gleich zu Beginn spielten Tom Bauer und Rudi Schmuderer einen Telefonbetrug nach: Ein vermeintlicher Polizist berichtet von einem Einbruch in der Nachbarschaft, bei dem ein Zettel mit der Adresse des nächsten Opfers gefunden worden sei. Ein Kollege werde vorbeikommen, um Wertgegenstände „in Sicherheit zu bringen“. Das turbulente Gespräch steigerte sich ins Absurde, am Ende wollte der völlig verunsicherte Angerufene sogar Autoschlüssel samt Fahrzeugbrief und -schein übergeben. Diese Anrufe erfolgen in der Regel aus Callcentern. Geben sie daher niemals Geld oder Wertsachen an unbekannte
Personen weiter. Am besten bei verdächtigen Anrufen sofort auflegen und der Polizei oder Notruf 110 melden. Betrüger verdienen keine Höflichkeit, so Tom Bauer.


Angeblicher Lottogewinn
Auch Haustürbetrüger wurden thematisiert. In einer gespielten Szene lockte ein angeblicher Lottogewinn ins Haus, ein trügerisches Versprechen. Ebenso warnte die Polizei vor falschen Handwerkern oder Wunderheilern. Die Täter seien blitzschnell, ein echter Betrüger immer „einen Schritt voraus“. Deshalb der dringende Rat: Keine Fremden ins Haus lassen. Es folgte das passende Lied: „I moch ned auf, i los di ned nei“.Erschreckend professionell gehen laut Polizei auch Taschendiebe vor. In Supermärkten agieren sie häufig in Gruppen von drei oder vier Personen: Einer lenkt ab, der zweite stiehlt, der dritte beobachtet das Umfeld, der vierte bringt die Beute sofort außer Reichweite. Besonders gefährdet sind Geldbörsen oder Handys in der hinteren Hosentasche. Zu diesem Zweck wurde Herr Johannes Schmid auf die Bühne gebeten, um den entsprechenden Sketsch nachzuspielen. Auch Franz Voit wurde auf die Bühne gebeten, um einen Sketsch zum Thema unbeaufsichtigte Taschen, etwa am Einkaufswagen, darzustellen. Etwas sicher gelten verschließbare Innentaschen oder die vordere Hosentasche, um Handy und Geldbeutel aufzubewahren, Hr. Schmuderer.


Hörprobe von echtem Schockanruf
Ein besonders eindringlicher Moment war die Hörprobe eines echten Schockanrufs. Deutlich wurde: Die Täter wissen zu Beginn oft nichts über ihre Opfer. Erst im Gespräch entlocken sie ihnen Namen und Verwandtschaftsverhältnisse. Deshalb gilt: Ruhe bewahren und die angeblich betroffene Person direkt selbst anrufen. Schockanruf-Maschen und ähnliche Telefonbetrügereien verursachen jährlich mehr als 1,8 Millionen Euro Schaden in Bayern, so Polizeibeamter Herr Schmuderer. Das sind aber nur angezeigte Fälle. Die Dunkelziffer bei diesen Delikten ist noch höher, da sich viele Opfer aus Scham nicht bei der Polizei melden.

Wichtig sei auch zu wissen, dass weder Polizei noch Staatsanwaltschaft am Telefon Geld fordern oder Übergaben vor Amtsgebäuden vereinbaren. Wer dennoch Opfer geworden ist, solle sich nicht schämen, sondern unbedingt Anzeige erstatten. „Die Betrüger halten zusammen, also halten wir auch zusammen“, lautete der eindringliche Appell von Tom Bauer.

Am Ende des Kabaretts sprach Rosi Schmid allen Zuhörern und Zuhörer ihren herzlichen Dank aus. Ein besonderer Dank galt Tom Bauer und seinem Bühnenpartner Rudolf Schmuderer für die wunderbare Mischung aus humorvollem Kabarett und tiefgründigen, nachdenklichen Momenten. Nicht zu vergessen galt dem Tontechniker Hr. Ludwig Hiergeist aus Ganacker ein großes Dankeschön, der mit großem Können für einen reibungslosen und klanglich hervorragenden Ablauf in der Mehrzweckhalle sorgte.

Denn wie wir fast täglich aus der Zeitung lesen können, nehmen Trickbetrüger erschreckend zu, und deshalb ist Aufklärung heutzutage wichtiger denn je. Vor kurzem bin ich selbst Opfer eines Internetbetruges geworden, so Schmid. Mein letzter Tipp für den heutigen Tag: Informieren sie bitte ihre Freunde und Angehörige zuhause, denn vor allem ältere Menschen sollten für solche Trickbetrügereien sensibilisieren werden. Man kann nicht oft genug warnen. Wenn wir nur einen Trickbetrug wegen dem heutigen Auftritt in Otzing verhindern können, ist unsere Mission geglückt, laut Hr. Schmuderer. Alle Gäste mussten zum am Ende Tom Bauer drei Versprechen geben: Gegen diesen Banden zusammenzuhalten, die Polizei einzuschalten und niemals auf die Trickbetrüger hereinzufallen.

Also seid gewarnt, passt auf euch auf und kommt gut nach Hause.

Nächste Veranstaltung vom Arbeitskreis 60+ ist am Freitag, den 19. Juni 2026 um 14 Uhr im Jugendheim in Otzing. Thema:“machmit“ Freiwilligenzentrum Deggendorf stellt sich vor. Auch das neue Angebot „Seniorensprechstunde – die Hilfe im digitalen Alltag“ wird vorgestellt. Referentin: Frau Melissa Schön. – Um Kuchenspenden wird wieder gebeten-.